Handout zum Vortrag

Collaborative Law/Collaborative Practice

- wenn Anwälte nicht mehr streiten

Vortrag vom 13.02.08 von RA und Mediator Erich Kager

 

Lassen Sie sich durch dieses Handout motivieren, den spannenden Prozess der Einführung eines neuen Konfliktlösungssystems in Europa zu begleiten und vielleicht zu beeinflussen.

Alles was passiert, was Sie davon auswählen und wie Sie dies wahrnehmen, Widerstände entwickeln, Begeisterung empfinden oder, oder oder ...... zeigt Ihre Reaktion, und gibt Ihnen die Möglichkeit, einen Dialog mit sich selbst aufzunehmen, der direkt Ihre Dialogfähigkeit mit Ihrer Umwelt verändert und verbessert.

In diesem Sinn hat alles was geschieht, immer direkte Auswirkungen auf Sie selbst und Ihre gelernten Muster und Verhaltensweisen. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, Kontakt nach Innen zu sich selbst aufzunehmen, wie auch nach Aussen zu seiner Umgebung.

Die Kontaktmöglichkeiten nach Innen bzw Aussen bedingen sich wechselseitig. Begeben Sie sich auf diese spannende Entwicklungsreise Ihre Kontaktmöglichkeiten zu verbessern, nach Innen wie nach Aussen, durch ein offenes Zwiegespräch mit sich und anderen.

Sie werden vieles immer neu und anders erfahren und es ist schwer einem zu erklären ...... wie ein Apfel schmeckt, der noch keinen gegessen hat.

There is no free lunch.......... jede Entscheidung kostet zumindestens Alternativen.

Auch Sie können Ihr Leben nicht testweise zwei mal Leben.

Weder Mediation noch Collaborative Law (CL) bzw Collaborative Practice (CP) sind möglich, ohne die Bereitschaft des Mediators oder CPlers sich nachhaltig auf eigene und vertiefte Selbsterfahrung einzulassen.

Wer meint, er hätte dies schon alles hinter sich, hat wahrscheinlich viel größere Teile seines Lebens bereits abgeschlossen, als er denkt. Diese Reise endet nie.

Anwälte, die meinen, Vergleiche hätten Sie schon immer geschlossen, sie seien deshalb auch für CP ausreichend eingebildet, ein Rollenwechsel sei bei ihren profunden Kenntnissen nicht nötig, haben nichts verstanden.

Sie könnten aber erleben, daß Berufe, die glauben ohne Supervision, ohne kollegiale Intervision auszukommen, Auslaufmodelle darstellen.

Viele Anwälte glauben immer noch ohne Kommunikationstechnik ihren Beruf ausüben zu können.

Sie können uns immer durch eine Anfrage testen, was uns einfällt.

Mediatorenaktiv, Brienner Straße 44, 80333 München,
Tel. 089/570 045 90, Fax 089/18 22 89,
E-Mail: mail@mediatorenaktiv.de.

Konflikt

Ein Konflikt ist kein Schicksal. Er entsteht oft auch aus Veränderungsprozessen heraus. Jedenfalls ist ein Konflikt Zeichen des anstehenden Klärungsbedarfes. Jeder Konflikt kann daher auch als Anlass und Motor des nötigen Anpassungs- und Veränderungsbedarfes verstanden werden. Er kann als Signal für das bestehende Problem und Chance für neue Lösungswege verstanden und genutzt werden.

Raufen, laufen oder sich totstellen

Diese drei Lösungsmöglichkeiten für lebensbedrohliche Situationen sind aus dem tierischen und menschlichen Verhalten bekannt.

Möglicherweise haben Sie Ihren Konflikt in der Vergangenheit mit einer dieser drei Methoden verwaltet oder anders verdrängt.

Von der Delegation zur Kooperation

Wer das Gericht beauftragt, delegiert die Konfliktlösung an einen externen Entscheider, den Richter. In der Mediation entwickeln

die Parteien eine eigenverantwortete, gemeinsame in Kooperation gefundene Lösung. Diese Kooperation ist die Grundlage des künftigen Kontaktes und der anstehende Entwicklungsschritt zu einer besseren Konfliktkultur.

Verantwortung übernehmen

Übernehmen sie Verantwortung für Ihre Beiträge zu Ihrer eigenen Lebens- und Konfliktgestaltung.

Dies bedeutet möglicherweise, anzuerkennen:

• Sie haben einen Konflikt.

• Sie haben den Konflikt bisher nicht gelöst.

• Vielleicht haben Sie sogar die Konfliktlösung verhindert, als sie noch einfacher war.

• Auch Sie haben Beiträge zur Konfliktentstehung und Verschärfung geleistet.

• Ein Konflikt kostet Nerven, Zeit, Lebensfreude und Geld.

• Sie möchten den Konflikt beenden.

• Sie können dies nicht aus eigener Kraft.

• Sie stehen vor der Entscheidung, ob Sie zu Gericht gehen, zu einem Mediator oder sich auf CP einlassen.

• Sie treffen diese Entscheidung, setzen sie um und tragen die Folgen dieser Ihrer Entscheidung.

• Diese Entscheidung schafft Wirklichkeiten, die nicht nachträglich verändert, rückgängig gemacht werden können. Sie können Ihr Leben nicht wie im Film zweimal leben, um Varianten Ihrer Entscheidung auszuprobieren.

• Sie wissen, dass Ihre Entscheidung in der Zukunft zu Chancen und Risiken führen wird. Sie sind sich dessen bewusst und tragen die Folgen.

• Sie übernehmen Verantwortung für Ihren Konfliktbeitrag in der Vergangenheit.

• Sie wissen, dass sich Ihre heutige Entscheidung über das weitere Vorgehen aus einer zukünftigen Nachbetrachtung als falsch herausstellen kann. Sie übernehmen auch dafür Verantwortung.

Konfliktbeilegung kostet Geld

Der Konflikt schwelt schon lange . Er wurde immer intensiver. Sie haben sich nicht darum gekümmert, als die Lösung noch für Sie möglich war. Jetzt brauchen Sie Unterstützung, um wieder zu Ruhe und Frieden zu kommen. Die Konfliktbeilegung ist ein Wert für sich. Er kostet Geld. Sie sind bereit diese Kosten zu tragen. Sie übernehmen auch dadurch Verantwortung für Ihren Konflikt und Entscheidung diesen Konflikt zu lösen.

 

Warum streiten Anwälte vor Gericht?

Der Streit vor Gericht orientiert sich an vom Recht vorgegebenen Positionen, schafft den Bedarf zum Schönen des Sachverhaltes und verkennt oft die reale Interessenslage.

Die Justiz und Ihre Konfliktbehandlung schafft den Bedarf für aussergerichtliche Konfliktlösungsmethoden.

Der Beruf des Anwaltes gefährdet seine Gesundheit.

Die übliche anwaltliche Vertretung der Parteien vor Gericht führt aufgrund ihrer Struktur zur Polarisierung von Streitigkeiten und erschwert die Lösung.

 

 

Collaborative Law/Collaborative Practice

Definition nach Catherine Connor:

Ein Verfahren in dem streitende Parteien, gemeinsam mit geschulten Berufsträgern, im Team zusammen arbeiten, um Ihre Probleme in einer respektvollen Weise zu lösen, ohne zu Gericht zu gehen.

• CL dient der effektiven außergerichtlichen Konfliktbeilegung, insbesondere im Familienrecht, auch bei Gesellschafterstreitigkeiten und bei der Unternehmensnachfolge.

• Die Parteien werden jeweils von Anwälten oder Therapeuten im gemeinsamen Gespräch vertreten. Besondere Spezialisten wie Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Gutachter, Vertreter des Kindes, werden bei Bedarf in die gemeinsamen Gespräche integriert.

• CL erhält die Energie aus der absoluten Festlegung der Prozeßbegleiter auf eine außergerichtliche Konfliktbeilegung. Ihre Tätigkeit endet, sobald eine der Parteien sich zur gerichtlichen Durchsetzung entschließt. Die Tätigkeit der bisherigen Begleiter endet gleichzeitig.

Ist CP nicht dasselbe wie Mediation ? Nein

Bin doch ein vernünftiger Anwalt. Ich vergleiche viele Streitigkeiten. Ich mache doch seit Jahren dasselbe wie CP als Anwalt. Auch diese Behauptung ist nicht zutreffend. Diese Vorstellung beinhaltet eine große Gefahr für die Qualität von CP.

CP hat bisher keine deutsche Bezeichnung. Vorschläge sind gerne willkommen.

Die Bezeichung als Kollaborateur ist geschichtlich belastet. Vielleicht läßt diese gefühlte Belastung das Ausmaß der Schwierigkeiten erahnen, die ein Rollenwechsel zum kollaborierenden Berufsträger mit sich bringen wird, wenn etwas wirklich Neues entstehen soll.

Hier ist der CP--Initiativgruppe, die in München begonnen, eine deutsche CP-Version zu erarbeiten, zu wünschen, daß sie es schafft, für alte Problemstellungen neue, wirklich neue Lösungsmethoden zu entwickeln.

 

 

In der Verhandlungsphase finden, soweit erforderlich und sinnvoll, alle Arten von Treffen statt. Diese werden jeweils vorbereitet uund nachbereitet durch Einzelgespräche mit Anwalt oder Coach oder Gesprächen unter den Professionellen zum Vorgehen.

Im Einzelnen stellen sich hier viele Fragen, die vorbereitend im Team besprochen, und in Supervision oder Rollenspielen auch vertiefend bearbeitet werden können.

Hier sind Spiegelphänomene oder Resonanzen zwischen den verschiedenen Ebenen wahrzunehmen, die gleichzeitig den Schlüssel zur Lösung und Vertiefung der Erfahrung bieten.

Vereinbarungsphase

Vereinbarung entwerfen, prüfen, unterzeichnen, durch Austausch der geschuldeten Gegenstände, Gelder erfüllen, Erfüllung bestätigen, Scheidungablauf vorbereiten und durchführen, das Ergebnis feiern und in einem feedback betrachten.

Neue Berufsfelder entwickeln------ nur erste Ideen

Anwalt als Konfliktmanager, der collaborativ arbeiten kann, ohne Macht auszuüben. Coach mit systemischer Erfahrung, Gruppenerfahrung, Kenntnis der Präsenzarbeit, Aufstellungsarbeit, Gesprächstherapie. Financial specialist als Sachverständiger für Grundstücks- und Firmenbewertung, Unterhalts- und Zugewinnberechnungen, Vermögensplanung, Entschuldung, Altersvorsorge etc, der eigentliche Mediator im Verlauf Firmenvertreter , Vertreter des Kindes, sonstige Berater

 

Entscheidend ist,

- eine Atmosphäre zu schaffen, die es ermöglicht, daß diese Methode als deutlich anders wahrgenommen wird. Der Wurm muß dem Fisch schmecken und nicht dem Angler oder gar seinem Ausbilder.

- die Verpflichtung des Teams und der Konfliktbeteiligten während des Verfahrensablaufes nicht zu  Gericht zu gehen und nicht damit zu drohen.

- das Ziel einer aussergerichtlichen fairen Lösung

- der Rollenwechsel der CP-beteiligten Berufsträger

- neu entwickelte Berufsbilder der CP-ler

- Erfahrung in interprofessioneller Zusammenarbeit

- Kenntnis der Gruppendynamik

- Entwicklung der Kernkompetenzen für CP

- Bereitschaft, die eigenen Beiträge zum Prozeß zu hinterfragen und in Selbsterfahrung und Supervision zu bearbeiten.

- Entwicklung einer kollaborativen Haltung

- Vereinfachung der rechtlichen Lösungsfindung durch Rückführung auf Grundstrukturen

Rollenwechsel

- des eigenen Verhaltens

- der Beziehung zum Klienten

- der Beziehung zum gegnerischen kollaborativen Anwalt, Coach, Berater etc

- zur anderen Partei

- zur Art und Weise der Verhandlung, der Streitbeilegung

Kernkompetenzen

- Systemische Betrachtungsweisen

- Dialogfähigkeit nach Issacs

- Systemarchetypen der fünften Disziplin nach Senge

- Kenntnis von Gruppendynamik

- Selbsterfahrung

- Lebenserfahrung zum Konfliktthema

CP scheitert, ....

  • wenn die Anwälte mit ihren überkommenen Methoden versuchen sollten, diese neue Methode zu entwickeln ohne den Coaches eine federführende Rolle einzuräumen.
  • wenn es nicht gelingt, den Menschen spürbar und fühlbar zu machen, daß die beteiligten Berufsträger einen kompletten Rollenwechsel in allen Bereichen zum collaborativen Lösungsansatz vollzogen haben.
  • wenn Anwälte, nach Scheitern bei CP glauben, mit den Konfliktbeteiligten doch noch zu Gericht gehen zu können.
  • wenn der Nutzen von CP für die Menschen die Kosten nicht rechtfertigt.
  • wenn keine vollständige Offenheit praktiziert wird

Mit Prozesskostenhilfe läßt sich CP nicht bezahlen.

Es muß also eine vereinfachte, auf Kernsätze konzentrierte Rechtsanwendung mit größerer Lösungswirkung und -tiefe spürbar werden.

Die Wirkungen gehen über eine kalte gerichtliche Entscheidung weit hinaus.

... und es können ja auch nur wenige einem Ertrinkenden das Schwimmen beibringen, ohne das gelernt und geübt zu haben..

Das vollständige Handout mit dem Entwurf für eine Vereinbarung finden Sie hier als PDF-Datei.

Die Homepage von RA Erich Kager finden Sie hier.

Die Illustrationen sind von Dipl.-Psych. Rolf Berker, mehr unter www.rolfberker.de.

 

 

Wir bieten
Profile
Mediation
Konfliktbegleitung
Häufige Fragen

Sitemap
Kontakt
Impressum
Datenschutz
Archiv (intern)